Social Links:

Hinweis

Bitte beachten Sie, das fortan die Website nicht mehr regelmäßig aktualisiert werden kann!

Suchen...

Like

Für Sie
vor Ort

Hier finden Sie weitere Infos über unsere Arbeit:

SPD Landkreis Leer

SPD Emsland

Für Sie im Landtag

Der direkte Kontakt zu:

Johanne Modder

Wiard Siebels

Für Sie für Europa

Der direkte Kontakt zu:

Tiemo Wölken

Berlin - Jennifer Adam ist im ersten Halbjahr 2015 Praktikantin im Berliner Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten Markus Paschke. Jennifer ist 23 Jahre alt, stammt aus Esterwegen, ist Mitglied des Rats der Gemeinde Esterwegen und studiert Politikmanagement in Bremen. So schlimm kann die Zeit in Berlin nicht sein – der Politikalltag in Berlin hat ihr nicht den Spaß am Studium genommen. Im Gegenteil, wie ihr Bericht zeigt:

Die ersten Wochen

Die ersten drei Wochen sind um. Zwei davon waren Sitzungswochen. Wie schnell die Zeit vergeht. Ich fühle mich immer noch so, als sei ich erst ein paar Tage da. Wahrscheinlich liegt das an dem tollen Team hier im Büro.

Aber nun zu den Sachen, die ich so erlebt habe.

Die erste Woche war ziemlich anstrengend. Es war Sitzungswoche und ich bin mit Markus Paschke, Büroleiterin Constanze Clodius und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Rudi Meyer in allen Arbeitsgruppen und Ausschüssen gewesen. Eine Sitzungswoche sieht im groben folgendermaßen aus:

Montag: Ankommen in Berlin und Vorbereitung für die Arbeitsgruppen, Ausschüsse etc. In meiner ersten Woche fand nachmittags noch ein Gespräch mit einem Betriebsrat statt.

Dienstag: Um 9.30 Uhr beginnt die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales. Je nachdem, wie viele Punkte auf der Tagesordnung stehen, dauert die Sitzung länger oder kürzer. Um 13 Uhr beginnt  der Petitionsausschuss. Zeitgleich liefen Mittagstische von den einzelnen Gruppierungen der Partei. Um 14 Uhr ist die Fraktionssitzung.

Mittwoch: Um 8 beginnt der Petitionsausschuss. Im Anschluss daran um 9.30 Uhr der Ausschuss für Arbeit und Soziales. Der Nachmittag kann dann für die Büroarbeit genutzt werden.

Donnerstag und Freitag: An diesen Tagen laufen die Plenardebatten. Markus ist im Plenum oder im Büro – das hängt von den Themen ab, die im Plenum behandelt werden.

Das ist so der grobe Plan für die Woche. Hinzu kommen noch: Einladungen zu Veranstaltungen, das vorbereiten von Reden, Termine mit anderen Abgeordneten und so weiter und so fort. Das ist also ein ziemliches volles Programm. Und da das Büro dafür auch eine Menge vorbereitet, ist das auch eine volle Woche für uns.

Das Buch der Bücher: Der Terminkalender

Jetzt geht es ums Buch der Bücher im Bundestag – um den Terminkalender.

Markus sitzt im Ausschuss Arbeit und Soziales und im Petitionsausschuss. Die Sitzungen werden in Arbeitsgruppen und der Fraktionssitzung mit allen Abgeordneten der SPD vorbereitet. Warum das so ist? Der Bundestag ist ein sogenanntes Arbeitsparlament. Dort arbeiten die Fachpolitiker an den entsprechenden Themen. Dies geschieht fraktionsintern in den Arbeitsgruppen und parteiübergreifend in den Ausschüssen. Bei der Unmenge von Themen kann sich nicht jeder Abgeordnete in jedem Themengebiet auskennen. daher teilt man die Arbeit auf. Diese Aufteilung erfolgte nach der vergangenen Bundestagswahl 2013. Das kann man sich vorstellen wie bei der Wa

hl von Fächern in der Schule. Wie auch in der Schule hat jeder andere Interessen und Expertisen, die er so in den Alltag des Bundestages am besten einbringen kann und danach seine Ausschüsse wählt.

Jennifer Adam Praktikantin 25015 03 26

Warum das Plenum manchmal leer ist

Noch eine kurze Anmerkung zum Arbeitsparlament: Seid ihr schon mal in Berlin bei einer Plenardebatte gewesen oder seht ab und zu in den Nachrichten Ausschnitte aus dieser und wundert euch, dass so wenig im Plenum los ist? Nein, die Abgeordneten sind wirklich nicht zu faul ;). Aber es sitzen meist nur die Abgeordneten im Plenum, die an dem gerade diskutierten Themenfeld arbeiten. Deshalb wirkt es häufig so leer. Außerdem: Stellt euch vor, ihr müsstet von 9 Uhr morgens bis abends 20 Uhr oder später im Plenarsaal sitzen und bei jedem Thema anwesend sein, auch wenn ihr nicht dazu arbeitet. Das klingt nicht nur langweilig, sondern ist auch schlicht Zeitverschwendung, da man die Zeit sinnvoller für die Vorbereitung der nächsten Sitzungen nutzen kann.

In den sitzungsfreien Wochen ist alles ein wenig entspannter in Berlin. Die kommende Sitzungswoche wird dann vorbereitet. Markus hat in solchen Wochen immer Wahlkreiswochen und nimmt Termine im Landkreis Leer und dem nördlichen Emsland wahr.

Ansonsten habe ich mir in den letzten drei Wochen durch das Praktikantenprogramm der SPD viele unterschiedliche Ministerien angeguckt. Hierzu zählten bislang das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, das Finanzministerium, das Innenministerium und das Ministerium für Arbeit und Soziales. Zudem habe ich ein Besuch mit einem spanischen Botschafter besucht.

Eine echte Herausforderung: Orientierung im Bundestag

Nach den drei Wochen schaffe ich es sogar, mich größtenteils im Bundestag und den dazugehörigen Häusern ohne großes Nachdenken orientieren zu können.

Zu den Gebäuden des Bundestages zählen unter anderem der Reichstag an sich, das Jakob-Kaiser-Haus, welches alleine aus sieben Häusern besteht, das Paul-Löbe-Haus, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und das Parlamentarische-Abgeordneten-Haus. Alle sind unterirdisch miteinander verbunden. Es ist einfach nur ein unfassbar großes Labyrinth mit einer Ausdehnung von wer weiß wie vielen Fußballfeldern. Mittlerweile kenne ich zum Glück die wichtigsten Wege. Ab und zu wünsche ich mir dafür schon ein paar Rollschuhe, um schneller von A nach B zu kommen.

Wenn man dann so unterirdisch oder im Haus unterwegs ist begegnet man auch gerne ein paar Politikern, die man nur aus dem Fernsehen kennt. Bislang bin ich Peer Steinbrück oder von anderen Parteien Renate Künast, Jürgen Trittin,… usw. begegnet.  Daran muss ich mich schon noch gewöhnen, da ich jedes Mal denke: „Huch, die kennst du irgendwo her“.

Debatten im Plenum

In den vergangenen Sitzungswochen war ich auch ein paar Mal im Plenum.

Es ist immer wieder interessant, die Debatten dort zu erleben. Ein Highlight hierbei war die Verabschiedung des Assoziierungsabkommens mit der Ukraine, Georgien und Moldau. Da für diese Staaten das Abkommen so wichtig war, waren sogar Delegationen aus den jeweiligen Ländern anwesend. Diese saßen bei uns mit auf der Besuchertribüne. Was mich sehr verwundert hatte war, dass auf einmal Bundeskanzlerin Angela  Merkel auf die Tribüne kam, um diese willkommen zu heißen und ein kurzes Gespräch mit ihnen zu führen. Das war nicht nur für uns etwas besonderes, sondern auch für die Journalisten, die immer bei Plenumssitzungen anwesend sind. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Blitzlichtgewitter auf der Tribüne. In diesen Momenten denke ich immer, dass ich nicht mit Politikern tauschen möchte.

Ansonsten ist mir im Plenum noch aufgefallen, dass die Politiker diesen Platz auch nutzen um nebenbei Gespräche mit anderen Politikern zu führen. Besonders ist mir dieses bei Angela Merkel aufgefallen. Es gab gefühlt immer nur zwei Minuten, in denen sie mal an ihrem Platz saß, um dann wieder zum nächsten Abgeordneten zu gehen und mit ihm zu reden. 

Interessant im Plenum wird es dann nochmal, wenn Abstimmungen anstehen. Im Gegensatz zu den normalen Debatten füllt sich das Plenum vor einer Abstimmung mit allen Abgeordneten. Diese werden durch ein „nervtötendes“ (meine Empfindung) Geräusch, das vor der Abstimmung ertönt darauf aufmerksam gemacht, dass diese bald ansteht. In geringen Abständen er tönt es dann immer wieder bis zu der Abstimmung. Besonders schön ist es wenn viele Abstimmungen an einem Tag stattfinden. Da freut man sich danach über die Ruhe im Büro wieder.

Bildergalerie auf Pinterest

nach-oben nach oben